Webbassierte Vertriebsstrukturen
Die Auswertung vorhandener Systeme machte deutlich, dass bei vielen eShops die Distanz zwischen Produkt und Kunde sehr gross ist. Es fehlt die direkte Nähe, das haptische Moment, individualisierbare Einstellungen und die Möglichkeit der »spielerischen Annäherung«. Neben allen bekannten Vorteilen elektronischer Verkaufsplattformen zählten diese Aspekte zu den wesentlichen Punkten der Auseinandersetzung. Es war wichtig, das technische Produkt »Getriebe« ideal zu vermitteln und – so weit wie möglich – zu emotionalisieren.
Mit Beginn des neuen Jahrtausends erholten sich viele Unternehmen von den Enttäuschungen und den sich nicht verwirklichten Erwartungen der ersten Internet-Revolution. Die Hoffnung, im Zuge einer sich mehr und mehr beschleunigenden Globalisierung durch digitale Medien von heute auf morgen neue Märkte zu erobern war schnell verflogen.
Erst seit einiger Zeit kehrt die Zuversicht zurück, dass durch die sich inzwischen stabilisierte Internet-Architektur mit klugen Konzepten, Geduld und Weitsicht durchaus interessante Geschäftsmodelle aufzubauen sind. Einige erfolgreiche Ideen und Ansätze im Online- Business gibt es bereits, und zusätzlich ist auch in den Unternehmen die Erkenntnis gewachsen, dass rechnergestützte Medien nicht nur
der elektronische Ersatz für eine gedruckte Publikation sein können. Es ist deutlich geworden, dass eine digitale Vertriebsplattform integraler Bestandteil einer Unternehmens- und Verkaufsstrategie sein muss. Sie schließt marketing- und vertriebsseitig Kernbereiche wie das »Customer Relationship Management« oder die »Operational Excellence« mit ein. So verstanden, kann ein elektronisches Verkaufskonzept erfolgreich implementiert, ganzheitlich eingebunden und erfolgreich eingesetzt werden. Die Wittenstein AG plant diesen vielschichtigen Weg zu gehen und hat bereits im Vorfeld zum Forschungsprojekt einige wichtige Erfahrungen sammeln können.
Ausgehend von dieser Basis galt es eine möglichst direkte, intuitive Navigationsstruktur zu entwickeln. Diese muss den unterschiedlichen Zielgruppen einen verständlichen Dialog liefern, und sollte mit wenig Einzelschritten rasch ein verwertbares Ergebnis erzielen. Eine semantische Steuerung ermöglicht einen »dialogähnlichen« Ansatz, der aus der Logik der Anfrage ein Kompendium sinnvoller Antworten generiert. Über diese direkte Schnittstelle wird die Distanz zwischen User und System weiter verkürzt und einem Gespräch in der Realität angeglichen.

Auftraggeber: Wittenstein AG | Alpha Getriebe